Mittwoch, 21. August 2013

Turmus schliesst - sehr schade!


Heute habe ich die folgende NC erhalten von Nea und Beric: Turmus schliesst. Meine erste spontane Reaktion darauf war: Schade! Sehr schade!

Ich war zwar nur gelegentlich auf Turmus zum Spielen, mit 2 von meinen Gor Avas, aber ich habe es jedes Mal genossen. Die Sim ist toll gebaut, die Atmosphäre stimmig und mit den meisten Spielern machte es viel Spass.

Ich kann Nea und Beric aber verstehen. Sie haben der Spielergemeinde etwas Seltenes und Aussergewöhnliches geschenkt mit Turmus und sie haben eine Menge Zeit und Emotionen dafür gegeben. Dafür danke ich ihnen. Und egoistischerweise hoffe ich, dass sie nach einer Pause wieder eine coole Idee in die Tat umsetzen werden!


Notecard von Nea und Beric

Geh, wenn es am schönsten ist...
Turmus war mehr für uns als eine Rollenspiel-Sim. Turmus war die Idee von einem schöneren, besseren und aufregenderen RP, einem RP, wie wir es uns vorgestellt, ja erträumt haben.
Turmus hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir begannen zunächst mit der "Del-ka Insel" bei Turmus, dann wurde eine Homesim daraus - Turmus, von dem aber nur der Hafen abgebildet war. Mit dem Fortschreiten der Geschichte und mit recht schnell voranschreitendem Bevölkerungszuwachs erfüllten wir uns den Traum von Turmus als Fullprimsim.
Damit wurde für uns beide die Vision einer Gor-Sim wahr, wie sie in unseren Phantasien bereits lange existiert hatte. Im Stil der römischen Antike, eben passend zu Zentralgor, mit mächtigen Zylindern, einem schön ausgestaltetem Hafen und einer Naturumgebung, die das Herz höher schlagen lässt. Ohne große Absprachen haben wir Turmus in einer Woche aufgebaut. Beric begann am Hafen, Nea mit der Oberstadt, nachdem das Terraforming abgeschlossen war. Wir bauten und bauten, Stunden um Stunden, Tag um Tag und mit jedem Tag machte uns das, was entstand glücklicher und zufriedener. Wir haben kaum gesprochen und doch Hand in Hand gearbeitet. Turmus war wie ein Kind für uns. Ein gemeinsames, großes, wunderbares Projekt. Schließlich trafen wir beim Bauen aufeinander und es fehlte nur noch die Stadtmauer.
Wir mussten ein wenig schmunzeln über den vielen Wohnraun, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht, dass er in kürzester Zeit tatsächlich bewohnt sein würde. Als unsere Stammspieler auf die Fullsim umzogen, waren nur ein paar Wohnungen am Hafen und in der Stadt bespielt, der Rest war erstmal leer. Aber lange hat es nicht gedauert und Turmus war lebendig und bevölkert. Etwas, das wir nie für möglich gehalten hatten, war uns gelungen: Eine neue zentralgoreaische Sim zu etablieren, die von den Regeln und von der Art des Rollenspiels völlig von dem abwich, was die meisten Gorspieler bisher kennen gelernt hatten.
Wir hatten Zeit, Raum und Muße unsere RP-Ideen in traumhafter Kulisse zu verwirklichen. Der Rencer-Plot war nach Del-ka der eigentliche Auftakt. RP im Konsens ohne OOC Stress - zumindest solange keine anderen Sims involviert waren. Spieler, die mündig miteinander umgingen, respektvoll, auf den Plot bedacht und nicht gefangen in Egotrips. Spieler, die notwendige Absprachen nicht als Last empfanden, sondern als willkommenen sicheren Rahmen, in dem Abenteuer wahr werden konnten. Wir erfuhren, wie fruchtbar eine arbeitende Spielleitung sein kann, die wirklich Rollenspiel initiiert ohne die Spieler in Drehbüchern festzunageln.
Mit dem Wachsen von Turmus, mit dem Wachsen unserer Erfahrung was sim-übergreifende Plots anging, wurde aber dann irgendwann auch klar, wo wir an unsere Grenzen stoßen. Das volle Turmus zog selbst ohne Mietboxen eine Menge Verwaltungsarbeit nach sich. Es kamen mehr Spieler und damit auch mehr Konflikte. Nicht jeder der neuen und auch nicht der alten Spieler war so mündig und konnte seine Konflikte selbst lösen. Das wofür Turmus unserer Meinung nach stand, nämlich handlungsbasiertes, spannendes Rollenspiel mit langen Storylines, war für einige gar nicht so wichtig - im Gegenteil vielleicht sogar stressig oder störend im normalen Fell- oder Alltags-RP. Unser hohes Tempo ließ einige zurück, die nur unregelmäßig spielten konnten oder wollten. Wir glauben, dass die Komplexität vieler Plots mit ihren diversen Unterfäden für einige Spieler auch eine Überforderung dargestellt hat.
Besonders neue Spieler sahen oft nur die Oberfläche ohne dahinter blicken zu können, wer wo was und warum so IC entschied wie er es tat. Wir stellten fest, dass auch zunehmend Spieler kamen, die weder Notecards noch Blogs lasen, aber dennoch für sich den Anspruch hatten über alles informiert und von allen bespielt zu werden. Eine neue und wenig schöne Erfahrung für uns, waren wir doch bis dahin von reinen Konsumenten verschont geblieben. Während wir anderen Sims gegenüber die Abgrenzung gut hinbekommen haben - niemand muss uns und unser RP toll finden - es steht jedem frei mit uns zu spielen oder nicht mit uns zu spielen....gelang uns diese Abgrenzung unseren eigenen Spielern gegenüber nicht immer. Schließlich wurde unser RP weniger und IMs und OOC mit anderen mehr und damit auch mehr der Ärgernisse.
Plötzlich waren wir, was wir nie sein wollten, die Kindergärtern und Streitschlichter für erwachsene Rollenspieler. Oder sagen wir, scheinbar erwachsene Rollenspieler. Obwohl wir Reisende auch zu diesem Zeitpunkt nie aufgehalten haben, spürten wir, dass unser eigenes RP für uns allmählich blasser und farbloser wurde. Wir nahmen auf alles und jeden Rücksicht, ließen uns selbst aber in RP's stürzen, auf die wir überhaupt keine Lust hatten.
Schließlich gingen wir eine Woche aus dem Turmus-RP um uns und unser Handeln als Sim-Admins zu überdenken. Wir wollten unseren Spaß zurück, unser unbelastetes, freies Rollenspiel. Und mit einem Mal war es, als wäre eine Last von uns genommen. Trotzdem waren wir am Ende der Auszeit-Woche unschlüssig. Unser Herz hängt an Turmus wie an einem Kind. Für uns ist Turmus die schönste Gorsim, die wir je gesehen haben. Und wir hatten auf Turmus das schönste RP, das wir je auf SL-Gor gehabt haben.
Also gingen wir noch einmal zurück und machten weiter, mit einer Menge guter Vorsätze im Gepäck. Schon in der ersten Woche mussten wir eine Spielerin ausschließen, weil sie jemanden OOC beleidigte. Dann kam die Sache mit den Pfeilspitzen im RP hoch und zog prompt OOC Drama und IM Diskussionen nach sich. Kurzum - wir waren eine Woche zurück im RP und so klug und unzufrieden wie zuvor.
Wir folgen nun - wie damals bei der Gründung von Turmus - unserem innersten Gefühl.
Turmus war überwiegend großartig, aber wir haben den Zenith der Möglichkeiten bereits überschritten. Beric und ich sind keine Menschen, die sich mit Mittelmäßigkeiten zufrieden geben oder einfach Jahr um Jahr unseren Bestand zählen und verwalten wollen. Wir sind im Rollenspiel wegen der guten Geschichten, wegen tiefer Emotionen, wegen der Abenteuer, die uns im Innersten zittern und erbeben lassen.
Wir können hinter diesen, unseren Anspruch nicht zurück und zu Verwaltern in einem goreanischen Kleingärtnerverein werden. Aus diesem Grunde und mit der einen oder anderen Träne im Auge, haben wir uns entschlossen, Turmus als Rollenspiel-Sim aufzugeben. Wir hätten den Cos-Plot gern mit einer Belagerung gekrönt, aber es fehlte schlicht an spielwilligen zuverlässigen Antagonisten, die nicht unseren eigenen Reihen entstammten.
Mit einigen Spielern möchten wir in Kontakt bleiben. Allen anderen wünschen wir alles Gute.
Unser besonderer Dank gilt allen Spielern, die uns RP geschenkt haben ohne sinnlose OOC Debatten.
Was uns von Anfang an schockierte und eine Weile übel zusetzte waren Gerüchte und üble Nachrede von außen. Sicher, Neid ist etwas, das wir uns ohne Zweifel zu diesem Zeitpunkt hart erarbeitet hatten und wir haben nun längst begriffen, dass es meist in SL-Gor nicht um gutes Rollenspiel geht, sondern um Traffic, Mieteinnahmen und Donations und darum, das eigene Ego aufzublasen, selbst wenn man sich selbst schon zu Tode langweilt.
Turmus war auch in diesem Punkt anders. Und wir wollen es als großartig und wundervoll in Erinnerung behalten.
Der Heimstein von Turmus wird an einem sicheren Ort verwahrt bleiben. Der Heimstein ist mehr als eine Ansammlung von Steinen, Gebäuden, er ist mehr als die Stadt, deren verbindendes Zeichen er ist. Der Heimstein ist die Gemeinschaft, die wir uns im Herzen bewahren und die uns für immer verbindet.
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Der Fall von Turmus
Turmus fällt in einem massiven Vergeltungsschlag durch die cosischen Truppen und ihrer Verbündeter. Im letzten Moment gelingt es dem Administrator Cato den Heimstein von Turmus, seine Familie und einige enge Freunde und Vertraute über den Tunnel, der vom Palast aus in die Wälder führt, in Sicherheit zu bringen. Die Turmus angegliederten und ebenfalls geretteten Heimsteine werden an ihre Bewahrer ausgehändigt.
Cos besetzt die gefallene Stadt und versucht sie zum Vasallendasein zu bewegen. Voller Wut stellt Trajanos con Jad fest, dass sowohl der Heimstein von Turmus verloren ist wie auch Amira in letzter Ihn seinen rachedurstigen Händen entglitt.
Viele Bürger und Bewohner fliehen aus der von Cos besetzten Stadt und suchen Unterschlupf in anderen Städten Gors. Wo? Das wissen nur die Priesterkönige.
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An dieser Stelle fällt der Vorhang und die Geschichte endet.
Vorerst...
Dennoch werden wir dem GOR-RP nicht den Ruecken kehren. Wir werden ein paar Tage Pause machen, uns sammeln und versuchen, die im Augenblick verloren geglaubte Kreatitivaet wiederzufinden. Wir saßen gestern lange zusammen, haben diskutiert und erörtert. Gründe gesucht und letztlich gefunden. Daraus resultierte eine Idee, erst nur sehr vage und mittlerweile ein wenig konkreter. Wir moechten an dieser Stelle noch nicht allzuviel verraten, nur soviel .. wir schreiben die Geschichte von Turmus weiter, auf eine Art und Weise, die bisher im GOR-RP einmalig sein duerfte. Weitere Informationen erhaltet ihr rechtzeitig ueber die Delka-Gruppe und wir hoffen, viele von euch bald wiederzusehen.
RP soll Spass machen und dynamisch bleiben. Festgefahrene Ablaeufe und Routinen kennen wir alle aus dem RL zur Genuege, deshalb war es immer unser Anspruch unseren Spielern und der Gemeinschaft etwas besonderes zu bieten - immer mit der Option, dass jeder fuer sich entscheiden kann, ob und welche der angebotenen Optionen angenommen werden. An diesen Grundsaetzen und an unseren Anspruechen an uns selbst, an das Roleplay, werden wir auch in Zukunft festhalten.
Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.. oder frei nach Heraklit: Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen :-)
Second Life, 20.08.2013
Beric01 Resident & Nea Narstrom

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